Charmant trotz Schirm

2008-03-fruehl1.jpgDas zehnte Frühlingsfest in Kaisersesch kann auch bei Dauerregen auf treue Besucher zählen

Die Kaisersescher haben Pech mit ihrem Frühlingsfest - zumindest was das Wetter angeht. Trotzdem kann die Verkaufs- und Leistungsschau im Eifelstädtchen auf treue Besucher zählen.

KAISERSESCH. Sie haben einen besonderen Reiz, die großen publikumswirksamen Veranstaltungen unter blauem Himmel. Wenn dieser denn wirklich blau und wolkenlos ist, denn Freiluftfeste bergen eine nie abwägbare Tücke, das Wetter eben. Den Kaiserseschern hat es zum zweiten Mal in Folge ungemütlich-nass ins Frühlingsfest geregnet. Und das ausgerechnet bei der zehnten Verkaufs- und Leistungsschau der Eifelstadt und der Arbeitsgemeinschaft Kaisersescher Gewerbetreibender (Arge).

2008-03-fruehl2.jpgDennoch standen die Geschäftsleute am verkaufsoffenen Sonntag nicht vollends allein vor ihren Sonderangeboten. Viele treue Kunden kamen, um sich in aller Ruhe zu informieren und auch zu kaufen. Und das sicher nicht nur, weil sie in den Läden ein trockenes Dach über dem Kopf hatten. Im Städtchen waren sicher nicht Tausende Menschen unterwegs wie in den ersten acht Jahren des Frühlingsfestes. Aber die Besucher, die, mit Regencapes und Schirmen bewaffnet, durch die Stadt bummelten, können die Kaisersescher getrost zu ihren Fans zählen. "Wir lassen kein Frühlingsfest aus, egal, wie das Wetter ist. Es gibt hier immer viel zu sehen, und wir kaufen gern in Kaisersesch ein", versichert eine Familie aus der Eifel.

Zwar hatten am frühen Nachmittag schon viele Händler ihre Stände eingepackt - auch die beste Plane weicht irgendwann durch -, aber überall, wo es einigermaßen trocken war, war richtig was los: bei der Modenschau, die kurzerhand ins Geschäft verlegt wurde, im Gastronomiezelt und in den Gaststätten und natürlich in den Geschäften.

Motorfans lassen sich nicht von ein bisschen Regen abschrecken. Und so fand die große Autoausstellung enormen Zuspruch, auch wenn sich Motorrad und Cabrio diesmal nicht so gut präsentieren konnten. Der Handwerker- und Bauernmarkt im historischen Ortskern fand in abgespeckter Form "im Saale statt", genauer: im Alten Kinosaal, der im Zuge der Stadtkernsanierung renoviert und zum Veranstaltungsraum der Stadt umgestaltet wurde. Hier zeigten vorwiegend Hobbykünstler und -bastler ihre Schätze, wobei fröhliche Osterhasen dem Regen trotzten. Und wen das Wetter allzu sehr betrübte, der konnte sich beim Reiki-Brunnen in den ehemaligen Zellen des Alten Gefängnisses für fünf Euro ein ausgleichendes Chakra "kaufen".

Fazit aus dem Wagnis Freiluftveranstaltung Frühlingsfest: Übers Wetter lässt sich trefflich lamentieren, es macht sowieso, was es will. Das wissen auch die Kaisers-escher Gewerbetreibenden, die sich nicht nur an einem Tag, sondern auch im restlichen Jahr anstrengen, ihre Kunden zufriedenzustellen.

2008-03-fruehl3.jpg 

Brigitte Meier

 Rhein-Zeitung - Ausgabe Mittelmosel vom 17.03.2008, Seite 18.